Die 13 schönsten Schlösser in Baden-Württemberg

Prächtige Residenzen, romantische Ruinen und beeindruckende Schlossgärten: Baden-Württemberg bietet zahlreiche historische Anlagen, die zu den schönsten Ausflugszielen im Südwesten zählen. Diese 13 Schlösser verbinden Geschichte, Architektur und Landschaft zu besonderen Orten zum Entdecken.

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Die 13 schönsten Schlösser in Baden-Württemberg
Blick auf das Schloss Sigmaringen, direkt an der Donau.

Baden-Württemberg hat eine außergewöhnlich dichte Schlossdichte - von mittelalterlichen Burganlagen über barocke Residenzen bis zu romantischen Neugotikbauten des 19. Jahrhunderts. Diese 13 Schlösser zeigen die ganze Bandbreite, sind gut zugänglich und eignen sich sowohl für Einzelbesuche als auch für eine kombinierte Rundreise durch den Südwesten.


1. Schloss Heidelberg

Im Keller des Schlosses Heidelberg steht das Große Fass: ein Weinfass mit 221.726 Litern Fassungsvermögen, das größte der Welt. Es steht stellvertretend für den Prunk der Anlage, die aus rotem Neckartaler Sandstein hoch am Nordhang des Königstuhls über der Altstadt thront. Der Eintritt ins Schlossgelände kostet 9 €, die Bergbahn fährt dich von der Altstadt in wenigen Minuten hinauf.

Das Herzstück der Ruine ist der Ottheinrichsbau aus dem 16. Jahrhundert - seine reich verzierte Renaissancefassade mit Pilastern, Figurenreliefs und Wappenmotiven gilt als eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke nördlich der Alpen. Im angrenzenden Schlossgarten, dem sogenannten Hortus Palatinus, entstand im frühen 17. Jahrhundert eine Gartenanlage, die europaweit als "achtes Weltwunder" gelobt wurde. Der Stückgarten am nördlichen Rand der Anlage bietet den besten freien Blick auf Schloss, Altstadt und Neckar zugleich.

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2. Residenzschloss Ludwigsburg

Mit 452 Räumen, 18 Gebäuden und einem Ensemble aus Schloss, Parkanlage und historischer Residenzstadt gehört Ludwigsburg zu den größten vollständig erhaltenen Barockresidenzanlagen in Deutschland. 1704 vom Herzog Eberhard Ludwig als Jagdschloss begonnen, wuchs die Anlage über mehrere Jahrzehnte zur repräsentativen Residenz. Die Innenräume führen durch drei Epochen: Barock, Rokoko und früher Klassizismus spiegeln sich in den Prunksälen, wobei die Formsprache mit jeder Bauphase klarer und kühler wird.

Außen schließt sich der Schlossgarten an, der von April bis Oktober unter dem Namen "Blühendes Barock" geöffnet ist (Eintritt ca. 10 €). Auf rund 30 Hektar verbindet er historische Barockgärten mit einem Märchengarten. Die umliegende Residenzstadt mit ihrer barocken Stadtstruktur ist kostenlos zugänglich und rundet den Besuch ab.


3. Schloss Schwetzingen

Die Stärke dieser Sommerresidenz liegt im Garten: Im 18. Jahrhundert entstand zunächst ein französisch-barockes Parterre mit Achsen, Wasserspielen und Blumenrabatten, ergänzt durch landschaftlich gestaltete Partien. Das ungewöhnlichste Element ist die Gartenmoschee, die Nicolas de Pigage zwischen 1779 und 1795 im maurisch-orientalischen Stil errichtete - ein Kontrast zur streng geometrischen Grundstruktur des Gartens, der damals europaweit für Aufsehen sorgte. Die Gartenanlage gilt als eines der frühen Beispiele für die Vermischung französischer und englischer Gartenkunst in Deutschland.

Das Schlosstheater Schwetzingen, ebenfalls von Pigage entworfen, ist eines der wenigen erhaltenen Rokoko-Hoftheater in Deutschland und wird bis heute für Konzerte und Opernaufführungen genutzt. Carl Theodors Privatgarten am Badhaus im östlichen Gartenteil ist kleiner und intimer als die Hauptachsen - ein oft übersehenes Stück Gartenkunst.


4. Schloss Sigmaringen

Seit dem Mittelalter ist Schloss Sigmaringen Sitz der Hohenzollern-Sigmaringen, einer der bedeutenden Fürstenlinien des Hauses Hohenzollern. Es thront auf einem Felsen hoch über der Donau und ist von der Stadt aus weithin sichtbar. Im Inneren erwarten dich eingerichtete Prunkräume, die einen direkten Einblick in höfische Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts geben.

Besonderes Highlight ist die Waffensammlung: Mit über 3.000 Objekten zählt sie zu den größten privaten Waffensammlungen Europas und umfasst Rüstungen, Schwerter und Feuerwaffen aus mehreren Jahrhunderten. Von der Anlage hoch über dem Fluss hast du einen weiten Blick über das Donautal - die Felsen fallen fast senkrecht ab, was die Lage schon von außen imposant macht.


5. Schloss Solitude

Schloss Solitude liegt auf einer Anhöhe 483 Meter über dem Stuttgarter Talkessel - Herzog Carl Eugen von Württemberg ließ es ab 1763 als Jagd- und Lustschloss errichten. Über den historischen Solitudeweg war es direkt mit dem Residenzschloss Ludwigsburg verbunden, eine Strecke von rund 13 Kilometern durch den Forst.

Das Innere ist auf ein einziges Prachtstück ausgerichtet: den Weißen Saal. Stuckmarmor an den Wänden, korinthische Säulenpaare und darüber eine Kuppel mit Deckengemälde und reichen Stuckaturen machen ihn zu einem der am stärksten dekorierten Räume in Württemberg. Von den Fenstertüren geht es auf den umlaufenden Balkon mit Blick über den Forst und bei klarem Wetter weit in das Stuttgarter Umland. Der Außenbereich des Schlosses ist kostenlos zugänglich, der Innenbereich im Rahmen von Führungen (Eintritt ca. 5 €).


6. Schloss Weikersheim

Schloss Weikersheim liegt im Taubertal und gilt als besonders gut erhaltenes Renaissanceschloss der Hohenlohe-Region. Den größten Eindruck hinterlässt der Schlossgarten: Über hundert Sandsteinskulpturen - Götter, Helden, allegorische Figuren und Tiermotive - stehen entlang der Gartenachsen, ungewöhnlich vollständig erhalten für eine Anlage dieser Größe. Die Skulpturen stammen überwiegend aus dem frühen 18. Jahrhundert und wurden nie durch Restaurierungen grundlegend verändert.

Im Schlossinneren lohnen vor allem der Rittersaal und die Schauküche, die als eine der besterhaltenen frühneuzeitlichen Hofküchen in Deutschland gilt. Die Gartenanlage ist in der Vegetationszeit von April bis Oktober zugänglich, der Schlosseintritt kostet ca. 7 €.


7. Schloss Bruchsal

Das Treppenhaus in Schloss Bruchsal gehört zu den bekanntesten Werken von Balthasar Neumann, dem bedeutendsten deutschen Barockarchitekten. Neumann entwarf es 1740 im Auftrag des Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn, der ihn bereits aus Würzburg kannte. Auf ovalem Grundriss schwingen sich zwei Treppenläufe um eine zentrale Grotte hinauf, mit jeder Etage lichter werdend, bis eine ausgemalte Kuppel den Raum nach oben abschließt. Das Ergebnis gilt als eines der dramatischsten Treppenhäuser des deutschen Barock.

Von hier aus führt der Weg in die Festsäle der Beletage: Fürstensaal und Marmorsaal wurden im Rokoko-Stil dekoriert und nach der weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg originalgetreu rekonstruiert. Das Schloss Bruchsal wurde 1720 als geistliche Residenz der Fürstbischöfe von Speyer begonnen und gilt als älteste geistliche Barockresidenz am Oberrhein. Eintritt ca. 9 €.


8. Neues Schloss Meersburg

Das Neue Schloss Meersburg wurde 1710 als Residenz der Fürstbischöfe von Konstanz begonnen. Das Herzstück ist das Treppenhaus, das Balthasar Neumann 1740 entwarf und das in seiner Raumwirkung dem Bruchsaler Treppenhaus nahekommt. Es wurde von Johann Georg Stahl ausgeführt und später von Franz Anton Bagnato umgebaut. Das Deckenfresko von Giuseppe Appiani (1761) zeigt die Verherrlichung des Fürstbischofs Franz Conrad von Rodt.

Von der Gartenterrasse auf der Seeseite reicht der Blick bei klarem Wetter bis ans Schweizer Ufer des Bodensees und zu den Alpen. Das Neue Schloss steht direkt neben der Alten Burg Meersburg - beide Bauten bilden zusammen das historische Zentrum der Altstadt. Eintritt ca. 8 €, von Mai bis Oktober täglich geöffnet.


9. Schloss Mannheim

Mit einer Schaufassade von 440 Metern Länge und einer umbauten Fläche von sechs Hektar ist Schloss Mannheim das zweitgrößte Barockschloss Europas nach Versailles. Kurfürst Carl Philipp legte 1720 den Grundstein; die Anlage sollte ausdrücklich mit Versailles konkurrieren - die Schaufassade wurde so geplant, dass sie genau ein Fenster mehr hat als jene in Versailles. Der Bau dauerte bis 1760 und war Werk von drei französischen Architekten.

Im Inneren sind Rittersaal und das Kaiserliche Quartier die beeindruckendsten Räume, wobei der Rittersaal seit einem Wasserschaden derzeit eingeschränkt zugänglich ist. Heute beherbergt ein Großteil des Schlosses die Universität Mannheim, was dem Bau eine besondere Atmosphäre aus Geschichte und lebendigem Alltag gibt. Eintritt ins Schlossmuseum ca. 8 €, Di-So 10-17 Uhr.

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10. Schloss Lichtenstein

Schloss Lichtenstein entstand von 1840 bis 1842 auf Veranlassung von Graf Wilhelm von Württemberg, angeregt durch den gleichnamigen Roman von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1826. Der Architekt Carl Alexander Heideloff entwarf es bewusst im neugotischen Stil als Nachbau einer mittelalterlichen Ritterburg - dabei wurden die Mauern der alten Burg bis zum zweiten Stockwerk in den Neubau einbezogen.

Das Schloss liegt am Albtrauf der Schwäbischen Alb auf einem Felsvorsprung über dem Echaztal. Der Rundgang führt durch eingerichtete Räume mit Rüstungen, Gemälden und historischem Mobiliar aus dem 19. Jahrhundert. Die Aussicht vom Felsen reicht weit über die Albhochfläche und ins Echaztal hinunter. Eintritt ca. 10 €, täglich geöffnet außer November bis Mitte März.

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11. Schloss Salem

1803 übernahmen die Markgrafen von Baden die Zisterzienserklosteranlage Salem im Zuge der Säkularisation. Was vorher eine der mächtigsten Abteien Oberschwabens war, wurde damit zu einer privaten Residenz - und ist bis heute im Besitz des Hauses Baden. Seit 1920 beherbergt die Anlage die Schule Schloss Salem, ein international bekanntes Internatsgymnasium.

Das Ensemble umfasst gotische Klosterkirche, barocke Konventsgebäude und weitläufige Höfe. Die Klosterkirche stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert und ist das älteste gotische Sakralbauwerk in Oberschwaben. Der Rundgang führt durch Bereiche, die heute als Museum zugänglich sind, und berührt dabei die unterschiedlichen Schichten der Anlage: mittelalterliches Kloster, barocke Erweiterung, biedermeierliche Residenz. Eintritt ca. 8 €, von April bis Oktober geöffnet.


12. Residenzschloss Rastatt

Residenzschloss Rastatt wurde zwischen 1698 und 1707 für den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden erbaut - einen der erfolgreichsten Feldherrn seiner Zeit, bekannt als "Türkenlouis". Die Anlage gilt als erste Barockresidenz am Oberrhein und war Vorbild für mehrere spätere Fürstenresidenzen in der Region. Rastatt selbst entstand als Planstadt um das Schloss herum: Die schnurgeraden Straßen der Innenstadt laufen auf die Schlossachse zu, was die städtebauliche Gesamtidee noch heute ablesbar macht.

Die Schlossarchitektur lehnt sich an Wiener Vorbilder an, was Rastatt von vielen anderen Barockschlössern am Rhein unterscheidet. Im Inneren befinden sich heute das Heeresgeschichtliche Museum und das Museum Europäischer Kulturen. Von den Gartenterrassen hast du einen direkten Blick auf die symmetrische Anlage und die Schlosskirche. Eintritt je nach Museum ca. 5 €.


13. Schloss Karlsruhe

Das Badische Landesmuseum ist seit 1919 im Schloss Karlsruhe untergebracht - und damit ist es weniger bekannte Residenz als vielmehr eines der bedeutenden kulturgeschichtlichen Museen des Landes. Die Sammlungen umfassen Antiken aus Griechenland und Rom, mittelalterliche Kunst sowie die sogenannte Türkenbeute: Kunstgegenstände und Waffen, die Markgraf Ludwig Wilhelm nach dem Sieg über die Osmanen mitbrachte. Zu den Dauerausstellungen kommt alle paar Jahre eine große Sonderausstellung, für die das Museum deutschlandweit bekannt ist.

Die Dreiflügelanlage mit ihrer barocken Fassade steht am nördlichen Ende der typischen Karlsruher Fächerstruktur - 32 Straßen laufen vom Schlossmittelpunkt aus in die Stadt. Der Schlossgarten schließt direkt an die Nordseite an und ist kostenlos zugänglich. Eintritt Landesmuseum ca. 8 €, Di-So geöffnet.

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