Baden-Württemberg hat eine außergewöhnlich dichte Burgenlandschaft - von vollständig erhaltenen Höhenburgen über mittelalterliche Ruinen bis zu neugotischen Prachtbauten des 19. Jahrhunderts. Diese zehn Burgen sind die sehenswertesten im Land, gut zugänglich und für Tagesausflüge geeignet.
1. Burg Hohenzollern

Von Architekt Friedrich August Stüler im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen zwischen 1850 und 1867 im neugotischen Stil erbaut, ist die Burg Hohenzollern bereits die dritte Anlage auf diesem Bergkegel. Mit 855 Metern Höhe überragt sie die umliegende Schwäbische Alb und ist bei klarem Wetter von weit über 50 Kilometern Entfernung sichtbar. Rund 350.000 Besucher kommen jährlich - damit gehört sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.
Im Inneren führt eine Führung durch Grafensaal, Bibliothek und Schatzkammer. Die Schatzkammer bewahrt die preußische Königskrone sowie den Uniformrock Friedrichs des Großen mit dem legendären Einschussloch, das ihm in der Schlacht bei Kunersdorf 1759 das Leben rettete. Vom Burghof hast du einen freien Panoramablick über die Schwäbische Alb und das Vorland bis zum Schwarzwald. Ein Shuttlebus fährt vom Parkplatz bis zum Eingangstor. Eintritt ca. 24 €.
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2. Burgruine Hohenneuffen

Auf rund 744 Metern liegt die Burgruine Hohenneuffen am Albtrauf der Schwäbischen Alb, direkt über der Stadt Neuffen. Mit ihrer Ausdehnung von über 400 Metern Länge gilt sie als eine der größten Burgruinen der Schwäbischen Alb. Der Ursprungsbau stammt aus dem 12. Jahrhundert; im 14. Jahrhundert war sie württembergischer Herzogssitz, später Landesfestung und zeitweise Staatsgefängnis.
Zwischen den erhaltenen Mauern, Kasematten und Resten der Doppelturmanlage lässt sich der ursprüngliche Grundriss gut ablesen. Das Mauerwerk der Südseite steht noch weitgehend vollständig. Der Zugang zur Ruine ist kostenlos und täglich möglich. Von der Anlage reicht der Blick weit über das Vorland bis Stuttgart - bei klarem Wetter bis zum Schwarzwald.
3. Burg Meersburg

Der Kernbau der Burg Meersburg stammt aus dem frühen 7. Jahrhundert, um etwa 628 n. Chr. - damit gilt sie als älteste bewohnte Burg Deutschlands und einer der ältesten erhaltenen Profanbauten nördlich der Alpen überhaupt. Annette von Droste-Hülshoff, eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen, lebte ihre letzten Lebensjahre hier und starb 1848 auf der Burg. Ein Museum in ihrem Wohnbereich erinnert an sie.
Das Burgmuseum führt durch viele eingerichtete Räume: Küche, Rittersaal, Verlies und Fürstenzimmer zeigen Ausrüstung, Möbel und Alltagsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten. Direkt neben der Burg steht das Neue Schloss, was den Besuch beider Anlagen an einem Tag ermöglicht. Eintritt ca. 10 €, täglich geöffnet.
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4. Burg Guttenberg
Burg Guttenberg liegt bei Haßmersheim auf einem Bergsporn hoch über dem Neckar und wurde seit ihrer Entstehung im 12. Jahrhundert nie vollständig zerstört - eine Seltenheit unter deutschen Burgen. Seit dem 15. Jahrhundert wird sie von den Freiherren von Gemmingen bewohnt und erhalten, was ihr den Status einer der letzten durchgehend bewohnten Stauferburgen einbringt.
Das bekannteste Angebot ist die Deutsche Greifenwarte auf dem Burggelände: Adler, Falken und Eulen werden täglich in Flugvorführungen gezeigt, was die Burg besonders für Familien attraktiv macht. Im Burgmuseum vermitteln historische Räume einen direkten Einblick in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte. Eintritt inklusive Greifvogelschau ca. 11 €.
5. Burg Wertheim

Friedrich I. Barbarossa verlieh den Grafen von Wertheim 1185 das Stadtrecht - zu dieser Zeit stand die Burg bereits auf ihrem Bergsporn genau dort, wo Main und Tauber zusammenfließen. Als Ruine ist sie heute ein weiträumiges Ensemble aus erhaltenen Mauern, Türmen und Innenhöfen, das zu den imposantesten mittelalterlichen Steinburgen Süddeutschlands zählt.
Der Zugang ist kostenlos und täglich möglich. Vom höchsten Punkt der Ruine schaust du direkt auf die Altstadt Wertheims und auf das Zusammenfließen der beiden Flüsse - eine Lage, die erklärt, warum diese Position im Mittelalter strategisch so wertvoll war. Ein weiterer Blickfang: der sogenannte Küchenturm mit seinen charakteristischen Schießscharten.
6. Burg Rötteln

Die Burgruine Rötteln liegt oberhalb von Lörrach im äußersten Südwesten Baden-Württembergs, nahe der Dreiländerecke Deutschland-Schweiz-Frankreich. Mit einer Gesamtfläche von rund vier Hektar zählt sie zu den flächenmäßig größten Burgruinen im deutschen Südwesten. Ihre Geschichte reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück; Hauptherren waren die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, die sie bis ins 15. Jahrhundert als Hauptresidenz nutzten.
Zwei markante Türme prägen die Silhouette der Anlage: der Diebsturm und der Bergfried, beide in weiten Teilen erhalten. Der Rundweg durch Vorburg, Kernburg und entlang der Außenmauern dauert in Ruhe rund eine Stunde. Das kleine Burgmuseum erklärt die Herrschaftsgeschichte der Markgrafen. Eintritt ca. 3 €.
7. Burg Katzenstein
Im Jahr 1099 wurden die Herren von Cazzenstein erstmals urkundlich erwähnt - die Burg Katzenstein bei Dischingen gehört damit zu den ältesten erhaltenen Stauferburgen in Baden-Württemberg. Der markante Bergfried, der sogenannte Katzenturm, stammt aus dem späten 11. Jahrhundert, ist rund 30 Meter hoch und mit massiven Buckelquadern errichtet, die für staufische Bauten typisch sind. Der ursprüngliche Eingang lag in sieben Metern Höhe - eine klassische Verteidigungsmaßnahme.
Die Anlage umfasst Ringmauer, Palas und Innenhöfe auf zwei Ebenen. Romanische Fresken in der Burgkapelle aus dem 14. Jahrhundert haben sich erhalten und sind ein seltener Fund. Heute ist die Burg in Privatbesitz, aber mit Gastronomie, Museum und Veranstaltungen öffentlich zugänglich - täglich außer montags geöffnet.
8. Burg Wäscherschloss
Burg Wäscherschloss bei Wäschenbeuren gilt als der älteste erhaltene Stammsitz der Staufer - des bedeutendsten mittelalterlichen Herrscherhauses Deutschlands, das Kaiser wie Friedrich Barbarossa und Friedrich II. hervorbrachte und von dem die Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches im 12. und 13. Jahrhundert abstammten. Die Burg entstand im frühen 12. Jahrhundert und blieb von größeren Zerstörungen verschont, was ihre historische Substanz außergewöhnlich wertvoll macht.
Unverwechselbares Merkmal ist der fünfeckige Innenhof - eine für Stauferburgen seltene Grundrissform, die auf die frühe Bauphase zurückgeht. Die Mauern, Türme und der Bergfried sind gut erhalten. Der Besuch der Außenanlagen ist kostenlos möglich. Eine Führung erschließt die Innenräume und die historischen Zusammenhänge der Stauferzeit.
9. Burg Hornberg
Götz von Berlichingen, der einarmige Ritter mit der eisernen Hand, kaufte die Burg Hornberg 1517 und lebte dort bis zu seinem Tod 1562 - ganze 45 Jahre. Er ist damit untrennbar mit dieser Anlage verbunden, und Goethe verewigte ihn 1773 in seinem Theaterstück. Das Burgmuseum zeigt Exponate zur Geschichte Götz' und der Burg; eine Kopie der eisernen Prothese, die ihm nach dem Verlust seiner rechten Hand angefertigt wurde, ist eines der bekanntesten Ausstellungsstücke.
Die Burg liegt auf einem Felsvorsprung hoch über dem Neckar bei Neckarzimmern. Unterhalb der Burgmauern betreibt die Familie von Gemmingen-Hornberg ein eigenes Weingut - Burgwein lässt sich direkt vor Ort kaufen und verkosten. Der Blick ins Neckartal von den Außenmauern ist einer der besten entlang des Flusses. Eintritt ca. 5 €.
10. Wachenburg

Die Wachenburg auf dem Wachenberg bei Weinheim sieht aus wie eine mittelalterliche Höhenburg - ist aber ein Bau des frühen 20. Jahrhunderts. Von 1907 bis 1928 errichtete der Weinheimer Senioren-Convent, ein Dachverband von Studentenverbindungen, die Anlage als Tagungs- und Begegnungsstätte. Türme, Zinnen und Mauerwerk sind bewusst historisierend gestaltet, die Grundrissstruktur folgt aber den Anforderungen eines Versammlungsgebäudes.
Vom Wachenberg auf 278 Metern Höhe reicht der Blick über die Rheinebene weit nach Westen - bei klarem Wetter bis nach Frankreich. Das Restaurant in der Burg ist öffentlich zugänglich, die Außenanlagen sind kostenlos begehbar. Die Wachenburg lässt sich gut mit der Altstadt Weinheims und dem direkt benachbarten Exotenwald kombinieren, einem der ältesten Arboreta Deutschlands mit über 200-jährigen Bäumen.
Die schönsten Schlösser in Baden-Württemberg:

