Freiburg im Breisgau liegt am südwestlichen Rand des Schwarzwalds und zählt mit rund 230.000 Einwohnern zu den größten Städten in Baden-Württemberg. Was die Stadt von anderen mittelalterlichen Zentren unterscheidet: Der historische Kern hat den Bombenangriff vom November 1944 - der rund 80 Prozent der Innenstadt zerstörte - weitgehend überstanden. Das gotische Münster, die offenen Wasserrinnen der Bächle und zwei erhaltene Stadttore stehen bis heute. Dazu kommt eine Lage zwischen Schwarzwald, Kaiserstuhl und Rheinebene, mit freiem Blick auf die Alpen an klaren Tagen. Das sind die 12 schönsten Sehenswürdigkeiten in Freiburg.
1. Freiburger Münster

"Der schönste Turm der Christenheit" - so beschrieb der Kunsthistoriker Jacob Burckhardt im 19. Jahrhundert den Westturm des Freiburger Münsters. Das Urteil hat sich gehalten. Der 116 Meter hohe Turm wurde als erster seiner Art in der Geschichte der Gotik mit einer vollständig durchbrochenen Maßwerkspitze abgeschlossen und gilt seitdem als Vorbild für unzählige Kirchtürme in ganz Europa.
Der Bau der Kirche begann um 1200 als romanische Bürgerkirche und zog sich bis 1513 hin - von der Romanik durch die Frühgotik bis zur Spätgotik ist die Baugeschichte am Gebäude selbst ablesbar. Das Querhaus mit den beiden Hahnentürmen ist noch romanisch, nach Westen wird es gotischer. Im Innenraum leuchten Buntglasfenster aus dem 13. Jahrhundert, die während beider Weltkriege rechtzeitig ausgebaut und ausgelagert wurden.
Für die Turmbesteigung zahlst du 2 Euro (Ermäßigt 1,50 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei). Der Aufstieg führt über 209 Stufen bis zur Türmerstube, von dort weiter zur Turmplattform mit Panoramablick auf Kaiserstuhl, Rheinebene und Vogesen. Die Öffnungszeiten für die Turmbesteigung: Mo, Di, Do, Fr und Sa von 11 bis 16 Uhr, So und Feiertage von 13 bis 17 Uhr.
2. Münsterplatz

Direkt um das Münster herum erstreckt sich der Münsterplatz - und hier lohnt sich ein früher Besuch. Von Montag bis Samstag verwandelt er sich ab dem frühen Morgen in einen der schönsten Märkte in ganz Deutschland. Regionale Bauern, Winzer und Händler aus dem Breisgau bieten Gemüse, Obst, Käse, Wein und Spezialitäten an - darunter die Freiburger Bratwurst "lange Rote", die es so nur hier gibt.
Den Platz rahmen Fachwerkhäuser und auf der Südseite das leuchtend rote Historische Kaufhaus ein, dessen Fassade aus dem 16. Jahrhundert sich scharf vom Sandstein des Münsters abhebt. Wer Freiburg an einem Werktag besucht, sollte den Münstermarkt nicht verpassen - er ist kostenlos, täglich und einer der schönsten seiner Art in Südwestdeutschland.
3. Schwabentor

Das Schwabentor trägt auf seiner Außenfassade ein großes Wandgemälde, das an die Niederlage der Schwaben in der Schlacht bei Dornach 1499 erinnert - einer der letzten großen Konflikte zwischen dem Haus Habsburg und der Eidgenossenschaft. Der Torbogen selbst stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist damit einer der ältesten erhaltenen Baukörper der Stadt.
Besonders ist, dass durch das Tor bis heute eine belebte Straße führt. Straßenbahnen und Autos passieren täglich den Torbogen, der als Zustimmung zum weiterlaufenden Stadtleben steht. Zusammen mit dem Martinstor ist das Schwabentor das einzig erhaltene Stadttor Freiburgs. Abends ist es beleuchtet und eines der beliebtesten Fotomotive der Altstadt.
4. Martinstor

Mitten in der Kaiser-Joseph-Straße, der Haupteinkaufsstraße Freiburgs, steht das Martinstor - und der Straßenverkehr fährt einfach hindurch. Autos, Straßenbahnen und Fußgänger teilen sich den Torbogen, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt. Das ist es in Freiburg tatsächlich, denn das Tor steht seit dem Mittelalter an dieser Stelle.
Der Ursprungsbau stammt aus dem 13. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert wurde der Turm erheblich aufgestockt und überragt heute die umgebende Bebauung deutlich. Die untere Zone mit dem Durchfahrtstor ist weitgehend original, der obere Aufsatz ist eine neogotische Ergänzung. Das Martinstor ist kostenlos zugänglich und liegt direkt am belebtesten Teil der Fußgängerzone.
5. Historisches Kaufhaus

Vier Habsburger-Statuen schmücken die leuchtend rote Fassade des Historischen Kaufhauses am Münsterplatz - Karl V., Maximilian I., Philipp I. und Ferdinand I. Das Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert diente ursprünglich als Handels- und Zollhaus und ist eines der besterhaltenen Renaissancegebäude in Südwestdeutschland.
Die Arkaden im Erdgeschoss, die Türmchen an den Ecken und die rote Natursteinverkleidung machen das Kaufhaus zum meistfotografierten Gebäude am Münsterplatz - gleich nach dem Münster selbst. Das Innere beherbergt heute Veranstaltungsräume der Stadt Freiburg. Für Besucherinnen und Besucher ist die Fassade das eigentliche Highlight - am besten von der gegenüberliegenden Seite des Platzes aus betrachtet.
6. Bächle

Wer in Freiburg versehentlich in ein Bächle tritt, soll laut Volksglauben einen Freiburger heiraten müssen. Das ist der bekannteste Satz über die offenen Wasserrinnen, die sich durch die gesamte Altstadt ziehen - und er erklärt, warum Touristen um die kleinen Kanäle einen weiten Bogen machen oder absichtlich hineinstapfen.
Das Bächle-System war ursprünglich alles andere als romantisch: Die Rinnen dienten im Mittelalter als Löschwasserreservoir, zur Tiertränke und zur Abwasserentsorgung. Heute werden sie vom Dreisam-Wasser gespeist und im Sommer zu einer natürlichen Klimaanlage - das Wasser kühlt die Innenluft messbar ab. An heißen Tagen lassen Kinder Schiffchen darin treiben, und an den kleinen Brücken über die Bächle sitzen Menschen bei jeder Gelegenheit. Das System ist kostenlos, überall zugänglich und eines der charmantesten Merkmale der Freiburger Innenstadt.
7. Augustinermuseum
Im Augustinermuseum lagern die originalen mittelalterlichen Buntglasfenster aus dem Freiburger Münster - unter klimatisch kontrollierten Bedingungen, optimal beleuchtet und aus nächster Nähe zu betrachten. Im Münster selbst hängen heute originalgetreue Kopien. Das macht das Museum zum besten Ort in Freiburg, um die gotische Glasmalerei des 13. und 14. Jahrhunderts wirklich zu sehen.
Das ehemalige Augustinerkloster beherbergt außerdem eine der bedeutendsten Sammlungen oberrheinischer Kunst: Skulpturen, Altarwerke und Tafelmalerei aus mehreren Jahrhunderten, darunter Werke von Hans Baldung Grien, der auch den Hochaltar des Münsters schuf. Der Eintrittspreis von 8 Euro gilt als Tageskarte und berechtigt gleichzeitig zum Besuch aller weiteren städtischen Museen Freiburgs.
8. Schlossberg

456 Meter hoch, direkt hinter der Altstadt, in 20 Minuten zu Fuß erreichbar: Der Schlossberg ist Freiburgs Hausberg und bietet den besten Blick auf das Münster von oben. Vom Aussichtsturm auf dem Gipfel siehst du die gesamte Altstadt, das Dreisamtal nach Osten und bei guter Sicht weit in die Rheinebene bis zu den Vogesen.
Oben befindet sich ein Biergarten, der an warmen Tagen gut besucht ist - Badischer Wein vom Winzern aus dem Kaiserstuhl ist die naheliegende Wahl. Die Schlossbergbahn fährt ebenfalls auf den Gipfel und ist kostenpflichtig. Zu Fuß ist der Aufstieg über mehrere gut ausgeschilderte Wege möglich und kostenlos. Der Schlossberg gehört zu den wenigen Punkten in Deutschland, von denen aus du eine mittelalterliche Großstadt in ihrer Gesamtheit überblickst.
9. Colombischlössle
Das Archäologische Museum Freiburg ist im Colombischlössle untergebracht - einem neogotischen Palais aus dem 19. Jahrhundert mit einem kleinen Park direkt an der historischen Stadtmauer. Die Sammlung reicht von der Steinzeit über die Bronzezeit und Eisenzeit bis zur Römerzeit und erzählt die Geschichte des Breisgaus, die Jahrtausende vor der Stadtgründung im Jahr 1120 beginnt.
Besonders sehenswert sind die römischen Funde aus Freiburg und Umgebung sowie die Exponate aus der Hallstattzeit. Das Gebäude selbst - mit seinen Türmchen, Erkern und dem kleinen Garten - ist von außen ein eigenständiges Ausflugsziel. Eintritt kostet 5 Euro.
10. Altstadt und Fischerau

Das Viertel rund um die Fischerau und die Gerberau ist der ruhigere, weniger touristisch überlaufene Teil der Freiburger Altstadt. Hier beugen sich alte Häuser über die Bächle, in den Erdgeschossen finden sich Cafés, Galerien und kleine Läden. Die Gerberau war einst das Handwerkerviertel der Gerber - wer genau hinschaut, findet noch heute Hinweise auf die ursprüngliche Nutzung der Gebäude.
Am Oberlinden-Platz, einem der ältesten Plätze der Stadt, steht eine mächtige Linde, unter der bereits im Mittelalter Markt gehalten wurde. Von hier aus sind es wenige Schritte zum Schwabentor. Die Altstadt insgesamt hat trotz der massiven Kriegszerstörungen von 1944 viel ihres mittelalterlichen Grundrisses behalten - die engen Gassen folgen noch dem Stadtplan des 13. Jahrhunderts.
11. Rathausplatz mit Altem Rathaus

In der Mitte des Rathausplatzes steht ein Brunnen mit der Statue des Minnesängers Walther von der Vogelweide - ein ungewöhnliches Denkmal für eine Stadt, die mit dem Dichter nur indirekt verbunden ist, aber damit ihre kulturellen Wurzeln in der höfischen Dichtung des Mittelalters sichtbar macht. Das Alte Rathaus entstand durch die Zusammenlegung zweier Bürgerhäuser aus dem 16. Jahrhundert und zeigt eine elegante Renaissancefassade mit grünen Fensterläden.
Den Platz schließt auf einer Seite die Stadtkirche St. Martin ab, eine der ältesten Kirchen Freiburgs. Das Ensemble aus Rathaus, Kirche, Brunnen und umgebenden Fachwerkhäusern zählt zu den schönsten Plätzen der Altstadt - und ist im Gegensatz zum Münsterplatz deutlich ruhiger. An warmen Tagen sitzen Freiburger auf den Stufen und in den Cafés rund um den Platz.
12. Seilbahn und Schauinsland

Die Schauinslandbahn ist die längste Umlaufseilbahn Deutschlands - eine Unterscheidung, die sie 1930 bei ihrer Eröffnung auch weltweit zur ersten ihrer Art machte. Die Gondeln legen 3,6 Kilometer zurück und überwinden dabei 746 Höhenmeter. Die Bergstation liegt auf 1.220 Metern, der Gipfel des Schauinslands auf 1.284 Metern.
Oben erwarten dich Wanderwege, das Bergwerk-Museum Schauinsland und ein Panorama, das vom Feldberg über den Hochschwarzwald bis zu den Schweizer Alpen reicht. Im Winter ist der Schauinsland ein kleines Skigebiet. Die Fahrt dauert 20 Minuten und startet am Stadtrand Freiburgs - per Straßenbahn und Bus vom Zentrum aus erreichbar. Berg- und Talfahrt kosten für Erwachsene 15 Euro, für Kinder 5 Euro.
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